aus der Serie »Passt« (II), Cochenille, Sepia, Blaukraut, Smalte in Ei-Tempera gebunden, Gouache auf Nessel, 30 x 30 cm, 2026
aus der Serie »Passt« (II), Cochenille, Sepia, Blaukraut, Smalte in Ei-Tempera gebunden, Gouache auf Nessel, 30 x 30 cm, 2026
Annegret Hoch interessiert der „Tatbestand Malerei“ – Sie spannt einen Bogen vom traditionellen Tafelbild bis hin zur Frage, wie weit das Spielfeld der Malerei ausgedehnt werden kann. Kräftige Farbigkeit und ein raffinierter Umgang mit Räumlichkeit sind dabei Konstanten in ihrer Arbeit.
Neu ist der Umgang mit direkt aus der Natur stammenden Farben. Hoch setzt Rote Beete-, Holundersaft und Sepia wie ein erweitertes Vokabular von Farbenlehre ein. Sie begann 2024 mit der Farbgewinnung aus Lebensmitteln bzw. direkt aus der Natur zu experimentieren.
Nach zwei Jahren Erfahrung kristallisiert sich heraus, welche Farbstoffe besonders gut geeignet sind, neben dem Atelier werden Blumen wie etwa Tagetes (Gelb) und Stockrosen (Blauer Farbstoff) angebaut, um direkt vor Ort zu Farbe verarbeitet zu werden. Veränderungen des „fertigen“ Bildes sind bewusst eingeplant, es gibt also nicht EINEN Zustand des Gemäldes, es verändert sich in der Zukunft. Dieser Ansatz öffnet neue Wege und scheint ein zeitgemäßer Beitrag zum Malereidiskurs zu sein.